Das Forum will ...

Zu Versöhnung und Gerechtigkeit

  • religiöse, kirchliche, politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Themen und Probleme im Sinne einer ökumenischen Theologie und Spiritualität aus der Sicht von Frauen kritisch prüfen und innerkirchliche wie öffentliche Meinungsbildung dazu fördern;
  • eine frauengerechte Spiritualität fördern;
  • Dialog, Austausch und Zusammenarbeit von Frauen und Frauenorganisationen verschiedener christlicher Kirchen sowie zwischen kirchlichen und autonomen christlichen wie nicht-christlichen Frauengruppen vorantreiben;
  • in Zusammenarbeit mit dem Ökumenischen Forum Christlicher Frauen in Europa Dialog, gegenseitiges Verständnis und die Wertschätzung von Vielfalt fördern als Beitrag zu einem Europa des guten Lebens für alle.

Versöhnung ist ein hartes Stück Arbeit

Das Ökumenische Forum christlicher Frauen in Europa setzt sich seit mehr als 30 Jahren für Versöhnung und ein beseres Verständnis füreinander ein. In dieses europaweite Netzwerk ist das ÖKUMENISCHE FORUM CHRISTLICHER FRAUEN IN ÖSTERREICH eingebunden.

Angesichts der gegenwärtigen Entwicklung fühlen wir uns verpflichtet unser Wort zu den Themen Versöhnung und Gerechtigkeit zu sagen:

Zurzeit herrscht weltweit große Angst vor einer Umschichtung der politischen und wirtschaftlichen Kräfte. Wir erkennen dies an folgendem gefährlichen Symptom: verzweifelter Kampf der Regierenden angesichts terroristischer und hetzerischer Strömungen, falsch verstandenem Nationalismus und der politischen Instrumentalisierung religiöser Begriffe. Dies führt zu Radikalisierung und Zerstörung.

Wir mahnen daher die Vernetzung aller Kräfte ein, deren Lebensgrundmuster Gerechtigkeit, Versöhnung und Frieden sind. Wir wissen, dass "Versöhnung ein hartes Stück Arbeit ist" (Evi Krobath, evangelische Theologin, Österreich).

In der Tat geht es um friedliches Zusammenleben zwischen Kulturen und Glaubensgemeinschaften. Dieses ist nur möglich, wenn

wir aufeinander zugehen,

wir uns gegenseitig respektieren,

wir uns vor Populismen hüten und

Anwältinnen sind/werden für diejenigen, die keine Stimme haben.

Es darf nicht dazu kommen, dass Gewalt als normal wahrgenommen wird und die Friedfertigen sich unter dem Vorwand der Machtlosigkeit untätig verhalten, wo doch Mut und Stellungnahmen gefestigt sind.

Wir meinen, dass die Ereignisse der letzten Tage und Wochen in Afrika, Asien und Europa Zeichen der Rdikalisierung sind, deren Hintergründe vor allem anderswo gesucht werden müssen: im Auseinandergehen der Schere zwischen Arm und Reich, der Verachtung für jene, die unterlegen sind, der begründeten Angst vor Machtverlust und die Angst vor dem Fremden.

Voeinander hören und uns mit den Werten anderer Kulturen vertraut machen und dadurch mehr Verständnis für die jeweiligen Dialogpartnerinnen haben, wird zur dringenden Aufgabe des Ökumenischen Forums christlicher Frauen in Österreich/ Europa.

Wien, 26.Jänner 2015